Nagelpilz

Allein in Deutschland zählt man rund 9,6 Mio. Menschen, die an Nagelpilz erkrankt sind. Das entspricht ca. 12% der Gesamtbevölkerung. Während bei Kindern diese Erkrankung nur selten auftritt, nimmt die Häufigkeit mit steigendem Alter zu. So leiden etwa 20- bis 30% der über 40-Jährigen unter einem Nagelpilz.

Was ist Nagelpilz?

Nagelpilz ist eine Pilzinfektion an den Zehen- oder Fingernägeln. Da ein feuchtwarmes Milieu den Pilzbefall begünstigt, sind die Zehennägel häufiger befallen als die Fingernägel. Während beide Erscheinungsarten schmerzhaft sein können, so sind sie auf jeden Fall sehr unangenehm. Eine Pilzerkrankung des Fingernagels ist naturgemäß besonders peinlich, da man die Hände schwer verstecken kann und das Tragen von Handschuhen doch sehr auffällig ist.

Besonders gefährdet sind Personen, die an Diabetes mellitus, an Durchblutungsstörungen, an Entzündungen der Nägel und/oder unter einer Immunschwäche leiden.  Daher sind gerade die älteren Bevölkerungsgruppen besonders häufig betroffen.

Die medizinische Bezeichnung für Nagelpilz lautet Onychomykose, wobei „Onycho“ für Nagel steht und „Mykose“ für Pilzerkrankung. Verursacht wird sie meist durch Fadenpilze – in seltenen Fällen durch Hefe- oder Schimmelpilze.

Es empfiehlt sich, einen Nagelpilz unter ärztlicher Aufsicht zu behandeln. Es ist eine langwierige und komplizierte Angelegenheit. Grund dafür ist die Tatsache, dass die menschlichen Zehennägel nur etwa 1 mm pro Monat wachsen. Wird der Pilz nicht bekämpft, besteht die Gefahr, dass der Nagel verloren wird oder sich die Pilzinfektion weiter verbreitet und benachbarte Nägel befällt. Im Extremfall kann es auch zu Gehbehinderungen führen.

Woran erkenne ich einen Nagelpilz

Alle Nagelpilzarten kann man bereits früh daran erkennen, dass

  • der Nagel an Glanz verliert,
  • sich der Nagel am Nagelrand weißlich, gelblich bis bräunlich verfärbt,
  • der Nagel weiße, gelblich bis bräunliche Flecken und/oder Streifen aufweist,
  • der Nagel brüchig wird und sich die einzelnen Nagelschichten abspalten,
  • die Nagelplatte deutlich dicker ist,
  • das Nagelbett rötlich, entzündet ist.

Nehmen Sie bereits die ersten Anzeichen ernst. Desto früher Sie mit der Behandlung beginnen, umso kürzer ist die Dauer und desto schneller stellen sich Erfolge ein. Außerdem breitet sich ein Nagelpilz konsequent aus.

Diagnose

Einen Nagelpilzbefall kann der Arzt schnell und mit bloßem Auge erkennen. Für eine effektive Bekämpfung ist jedoch die Ermittlung der genauen Pilzart von großer Bedeutung. Mit kleinen Proben kann der Arzt durch das Mikroskop sehen, ob es sich tatsächlich um einen Pilzbefall handelt und anschließend durch das Anlegen einer Pilzkultur die Pilzart ermitteln. Dies kann allerdings bis zu drei Wochen dauern und weist eine relativ hohe Ungenauigkeit auf: 20 bis 50% sind zwar negative Ergebnisse, die aber nicht zutreffend sind. Bestehen Sie im Zweifelsfall auf einer genaueren Untersuchung, also auf einer molekularen Diagnostik.

Eine molekulare Diagnostik ist ein neuartiger Test, der von der Uniklinik Dresden mitentwickelt wurde, und dank dem mit einer Genauigkeit von ca. 90% die Pilzart schnell ermittelt werden kann. Näheres kann man hier erfahren: http://www.mycoderm.de/vorteile.htm.

Nach Identifizierung der genauen Pilzart kann dieser dann effektiv bekämpft werden.

Therapie

Die Auswahl des geeigneten Präparates zur Bekämpfung des Pilzbefalls trifft der Arzt anhand der Ergebnisse der Pilzkultur. Sollte die Art des Pilzes nicht genau bekannt sein, kann auch ein Breitspektrum-Antimykotikum gewählt werden, das sich gegen viele verschiedene Pilzsorten zugleich richtet.

Heutzutage wird ein Nagelpilz, je nach Umfang und Schwere des Pilzbefalls, systemisch, also mit Tabletten, oder lokal, d.h. mit Salben oder Nagellacken, behandelt. Wenn nur bei einem einzelnen Nagel weniger als 50%, einige Quellen sprechen von weniger als 70% des Nagels angegriffen ist, kann eine lokale Therapie mit antimykotischen Wirkstoffen ausreichend sein. Zur Verfügung stehen hierzu eine Reihe von Salben und Nagellacke, die mit großer Regelmäßigkeit und über einen längeren Zeitraum auf den befallenen Nagel aufgetragen werden. Hierzu müssen die Anweisungen der Hersteller sehr genau befolgt werden. Es handelt sich bei diesen Präparaten um Wirkstoffe wie Amorolfin, Bifonazol und Ciclopirox. Man spricht von einer Behandlungsdauer von mindestens sechs Monaten. Bevor die Behandlung jedoch abgesetzt wird, sollte man sicher sein, dass der Pilz abgetötet wurde. In manchen Fällen können diese lokalen Behandlungen ein Jahr und auch länger dauern.

Wenn der Pilzbefall mehr als 50% bzw. 70% eines Nagels oder auch mehr als drei Nägel bzw. Zehen angegriffen hat, empfiehlt sich eine systemische Behandlung mit Tabletten oder Kapseln. Zum Einsatz kommen hier Wirkstoffe wie Itraconazol oder Terbinafin, die über die Blutbahn bis zu den Sporen vordringen und sich in das Nagelbett einlagern. Diese systemische Therapie kann bis zu drei Monate in Anspruch nehmen. Bei einer systemischen Therapie sollten die Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden.

Im Falle von schweren und umfangreichen Pilzbefall, bei dem auf Grund der Leberwerte eine systemische Behandlung nicht ratsam ist, kann der Nagel verletzungsfrei und infolgedessen meist auch völlig schmerzfrei aufgeweicht und abgelöst werden. Hierzu verwendet man bestimmte Mittel wie z.B. Harnstoffsalben. Diese Prozedur dauert zwei bis drei Wochen. Möglich ist auch der Einsatz eines Lasergeräts, durch den die oberste Schicht des Nagelbettes ebenfalls schmerzfrei abgelöst wird. Allerdings übernehmen die Krankenkassen nicht die Kosten einer Laserbehandlung.

Von einer operativen Entfernung des befallenen Nagels durch Ziehen wird mittlerweile abgeraten, weil es zu zusätzlichen Verletzungen kommen kann, die durchaus den Verlauf der Heilung stören und auch zu einem nicht normalen Wachsen des Nagels führen.

Darüber hinaus sollten sie:

  • Ihre Füße regelmäßig waschen. gründlich abtrocknen, besonders die Zehenzwischenräume. Verwenden Sie hierfür Klopapier, das Sie danach unmittelbar entsorgen können, oder auch den Fön. Ansonsten ein gesondertes Handtuch für die Füße nehmen und dieses täglich wechseln und bei über 60° waschen. Badematten und Bettwäsche ebenfalls bei mindestens 60° waschen.
  • Hin und wieder ein Fußbad mit Teebaumöltropfen nehmen.
  • Die Füße regelmäßig eincremen. Bewährt hat sich die Teebaumlölfußcreme von Balea. Pilze bevorzugen trockne und spröde Haut.
  • Bequeme Schuhe tragen, möglichst aus atmungsaktivem Material. Turnschuhe nur für die Zeit des Sports verwenden. Schuhe häufig wechseln. Sehr wichtig ist es, den Schuhinnenraum regelmäßig mit einem Hygiene-Spray zu desinfizieren (z.B. von Sargotan oder Denk-Mit).
  • Sollten sie einen Nagellack zur Bekämpfung des Pilzes verwenden und dafür die Nägel feilen, so tun Sie das immer über der Toilette, so dass die Sporen anschließend weggespült werden. Halten Sie danach Ihre Zehen ins laufende Wasser, damit die Sporen, die sich beim Feilen gelöst haben, ebenfalls weggespült werden. Einwegfeilen verwenden.
  • Nagelscheren oder sonstige Geräte, mit denen Sie den Nagel behandeln, gründlich reinigen, bzw. desinfizieren. Auch die Hände sehr sorgfältig waschen.
  • Tragen Sie Socken mit Kupferfasern. Diese Socken, die weich und angenehm sind, töten dank der Kupferfaser die Pilze ab. Sie unterstützen den Heilungsprozeß und beugen Fußbefall vor. Mehr hierüber erfahren sie unter www.kupferfaser.de.

Zum Vorbeugen aber auch zum Schutz der Anderen sollten Sie:

  • in Schuhgeschäften immer Socken oder Söckchen überziehen,
  • In Räumen, in denen barfuß gegangen wird, immer Badeschlappen tragen,
  • In Hotelzimmern nicht barfuß laufen,
  • Die Fußdesinfektionsanlagen in öffentlichen Bädern und Umkleidekabinen vermeiden. Sie schützen nicht – sie fördern den Fußpilz!

Gehen Sie konzequent und sehr diszipliniert gegen einen Nagelpilz vor. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Ihre Füße werden es Ihnen danken.

 

Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag allein Ihrer Information dient, nicht zur Selbstdiagnose oder -therapie. Konsultieren Sie bitte Ihren Arzt und folgen Sie seinen Empfehlungen.

Die zugehörige PDF-Broschüre finden Sie unter http://nagelpilz.gesundung.info

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Eine Antwort auf Nagelpilz

  1. Johnb860 sagt:

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